Archiv der Kategorie: Bücher

Rezensionen

„Lügen über meine Mutter“ von Daniela Dröscher

Ella erzählt von ihrer Kindheit in den 80er Jahren. Die Familie wohnt in einem kleinen Ort im Hunsrück, die Großeltern väterlicherseits im leben im selben Haus. Schon früh in der Geschichte wird klar, daß die zu Anfang 6 jährige Ella, aus deren Sicht der Roman hauptsächlich geschrieben ist, alles andere als eine idyllische Kindheit hat. Weiterlesen

„Schneeblind“ von Ragnar Jónasson

In einem kleinen Ort im Norden Islands wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Kurze Zeit später kommt ein alter Schriftsteller durch einen Sturz ums Leben. Der Beamte, der sich des Falles annehmen soll ist Ari, der junge, neue Polizist im Ort. Schon bald merkt er, daß er niemandem trauen kann und daß er als Fremder und Außenstehenden nicht auf Hilfe beim aufdecken der Geheimnisse hoffen kann. Weiterlesen

„Der Verdächtige“ von John Grisham

Lacy Stoltz arbeitet bei einer Gerichtsaufsichtsbehörde. Die Anwältin wird von einer mysteriösen Frau kontaktiert, die behauptet ihr Vater sei vor 22 Jahren von einem Mann ermordet worden, der heute Richter ist. Außerdem behauptet die Informantin, der besagte Richter sei ein Serienmörder und bis heute aktiv.
Ein Fall den man nicht einfach der Polizei melden kann, und Lacy und ihr Team müssen äußerste Vorsicht walten lassen, damit keine Details zu früh bekannt werden und der Verdächtige nicht untertauchen kann. Weiterlesen

„Was im Verborgenem ruht“ von Elizabeth George

Teo Bontempi arbeitet undercover in einer Task Force, die sich mit Fällen von weiblicher Genitalverstümmelung befasst. Die in manchen afrikanischen und asiatischen Ländern traditionelle Praktik, die in Großbritannien verboten ist, wird von einigen Immigranten im Verborgenen und meist an sehr jungen Mädchen durchgeführt. Als Teo nach einem Angriff stirbt und ihr Tod untersucht wird, kommt ihre Arbeit ans Licht sowie die Gründe, warum sie sich für diesen Einsatz entschieden hat.
Lynley, Barbara Havers und Winston Nkata ermitteln in der nigerianischen Gemeinde und stoßen auf Geheimnisse und Traditionen, die es ihnen schwer machen, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Weiterlesen

„RABBITS. Spiel um dein Leben“ von Terry Miles

Eine Gruppe von Freunden spielt ein ominöses Spiel, welches es gibt oder vielleicht auch nicht…? Klingt merkwürdig, macht aber den Reiz der Rabbits-Welt aus.
Die Hauptperson ist K, und sehr zeitgemäß fand ich, daß K´s Geschlecht im Buch nicht enthüllt wird, weil es einfach keine Rolle spielt. K´s Geschichte mit dem Spiel geht weit zurück, und nach Jahren meldet sich ein früherer Gewinner, der behauptet, das Spiel sei fehlerhaft. K spielt selbst und bringt sich in eine gefährliche Situation, denn das Spiel hat Auswirkungen nicht nur auf den Einzelnen, sondern auf die ganze Welt.
Ein Spiel, welches es nur im Untergrund gibt, in einer alternativen Realität die man im Darkweb aufspüren kann, die aber auch in unserem Alltag ihre Spuren hinterlässt. Angeblich wird es schon seit Jahrzehnten gespielt, die Namen der Gewinner sind bekannt, aber sie aufzuspüren ist nicht möglich. Es geht um Muster, um kleine Details in der Welt, die uns Umgibt. All das können Hinweise darauf sein, daß es das Spiel gibt, und daß man es eventuell schon selbst spielt.
Ich mag die Welt von Rabbits und bin hier sicherlich nicht ganz neutral. Im Roman wird die Geschichte aus dem Podcast noch mal aufgenommen und man erkennt zahlreiche Parallelen aus den Lebensläufen der Personen.
Terry Miles möchte mit dem Buch mehr Leute ansprechen und auch international bekannter werden, ich denke, das gelingt ihm hier gut. Für den Roman hat er die Geschichte etwas aufpoliert und erzählt spannend und temporeich.
Rabbits ist verwirrend, auf die gute, spannende Art und wird alle, die Gefallen an Sciencefiction, mysteriösen Verschwörungstheorien und alternativen Realitäten haben sehr gut unterhalten.

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Autor: Terry Miles
Erscheinungsdatum: 21.03.2022
Verlag: Penguin Verlag
ISBN: 978-3-328-60227-9

„artgerecht – Das andere Babybuch“ von Nicola Schmidt

Die moderne Welt in der wir heute leben erleichtert uns viele Dinge, die für unsere Vorfahren noch sehr mühsam waren. Doch in manchen Bereichen haben wir vergessen wie es ist, auf das Bauchgefühl zu hören oder einfach nach unserem Bedürfnissen zu handeln.
In „artgerecht“ geht die Autorin Nicola Schmidt auf die Themen Schwangerschaft, Geburt, die ersten Lebensmonate der Babys und alles drumherum ein. Dabei erklärt sie ihren Ansatz sehr einleuchtend: Babys sind noch nicht an die Moderne angepasst, wie schon in der Steinzeit kommen sie mit den Bedürfnissen nach Nähe, Schutz und Nahrung auf die Welt. Dieses biologisch Urprogramm passt nicht immer in unseren hektischen, überladenen Alltag rein. Hinzu kommen noch die vielen gut gemeinten Ratschläge aus der Umgebung, die oft hilfreich, aber noch viel öfter verunsichernd auf Eltern wirken.
Schwangerschaft, Geburt, Ernährung, Schlaf, Sauberkeit, Tragen und Betreuung, zu diesen Themen gibt die Autorin sehr gute Tipps und betont immer wieder, daß es kein Schema und kein Rezept gibt, nach dem man handeln kann. Allgemein gilt jedoch ein „zurück zu den Wurzeln“, auf den Bauch hören und auf die Zeichen achten, die einem das Baby gibt. Leider sind diese Methoden im hektischen Alltag schwer umsetzbar und deswegen nach und nach aus der modernen Welt verschwunden, weswegen ich mir vorstellen kann, dass dieses Buch für Eltern sehr wertvoll ist.
Aus meinen Beobachtungen in Familie und Freundeskreis in den letzten Jahren kann ich sagen, daß viele Methoden, die noch vor 20 Jahren verpönt gewesen sind, heute zurück sind. Familienbett, Tragetuch, Windelfrei sind nur ein paar Beispiele für Praktiken, die heute völlig Usus sind, früher jedoch verächtlich als „alternativ“ oder „öko“ bezeichnet wurden. Somit ist das Buch aktuell und passt mit seinen Tipps mehr denn je zum Zeitgeist.
Das Buch ist bereits 2015 erschienen, und ist nun in der neuen, überarbeiteten, zeitgemäßen Ausgabe aus dem Jahr 2021 erhältlich.

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Autorin: Nicola Schmidt
Erscheinungsdatum: 01.10.2021
Verlag: Kösel
ISBN: 978-3-466-31169-9

„Mrs Potts´ Mordclub und der tote Nachbar“ von Robert Thorogood

Judith Potts ist Witwe, 77 Jahre alt und lebt im beschaulichen englischen Dörfchen Marlow. Sie, Die Kreuzworträtsel-Autorin geht gerne zum Nacktbaden und wohnt in einem großen, alten Herrenhaus. Als sie zufällig mitbekommt wie ihr Nachbar ermordet wird, will sie das Rätsel um das Verbrechen lösen. Bei ihren Ermittlungen hat sie bald zwei Verbündete, die Hundesitterin Suzie und die Pfarrersfrau Becks.
„Cozy Crime“ ist die moderne Bezeichnung für alle Krimis à la „Miss Marple“. Liebenswerte Hauptermittler, gerne schon etwas betagter. Eine gemütliche Kulisse, ein verschlafenes Örtchen in dem sich die Nachbarn gegenseitig kennen. Ein kniffliger Kriminalfall, auch mal blutig, aber nicht allzu brutal. Und besonders wichtig: Humor.
Diese Kriterien erfüllt der neuen Krimi von Robert Thorogood, in dem eine ältere, exzentrische englische Dame ein neues Hobby findet: das Lösen von Kriminalfällen.
Die Geschichte ist liebevoll erzählt, hat aber auch zahlreiche witzige Passagen. Das Ermittler-Trio kommt auf sehr kreative Lösungswege für ihre Probleme. Dabei kommen nach und nach auch persönliche Geheimnisse der einzelnen Damen ans Licht.
„Mrs Potts´ Mordclub und der tote Nachbar“ ist der Auftakt einer neuen Krimi-Reihe. Ich fand die Figuren sehr sympathisch, den Fall zwar nicht ganz so spannend, aber die Ermittlungen kreativ. Mrs Potts ist eine moderne Miss Marple mit Smartphone, auf deren weitere Fälle ich mich schon freue.

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Autor: Robert Thorogood
Erscheinungsdatum: 10.02.2022
Verlag: KiWi-Taschenbuch
ISBN: 978-3-462-00198-3

„Supernova“ von Cixin Liu

Ausgelöst durch eine Supernova, erreicht kosmische Strahlung die Erde. Diese ist schädlich für Lebewesen auf der Erde und auf lange Sicht tödlich für alle Menschen, die älter als 13 sind. Erwachsene versuchen nun in kurzer Zeit ihre Kinder darauf vorzubereiten, Städte und Länder zu regieren und die Infrastruktur aufrecht zu erhalten.
Doch die Kinder haben eigene Vorstellungen davon wie ihre Gesellschaft ohne Erwachsene aussehen und funktionieren soll. Was zuerst kindlich und naiv anfängt wird zu einem surrealen Spiel.
Im Mittelpunkt stehen drei Kinder aus China, die in einem Auswahlverfahren von Erwachsenen zu neuen Anführern des Landes ernannt wurden. Auch andere Länder haben ihre kindlichen Präsidenten, und die neue Weltordnung gerät schon bald aus den Fugen, als sich die Kinder auf ein globales Spiel einlassen.

„Supernova“ wurde bereits 2003 veröffentlicht und seit dem Erfolg der Trisolaris-Reihe kommen wir hierzulande nun in den Genuss auch ältere Werke des Autors kennenlernen zu dürfen.
Dieser Roman jedoch gehört für mich nur am Rande zum Genre Science-Fiction. Es ist eher eine politisch-soziologische was wäre wenn-Geschichte.
Was wäre, wenn Kinder das Sagen hätten? Wie ist das Verhältnis von USA und China zueinander?
Die Charaktere des Romans empfand ich eher als flach, sie entwickeln sich nicht weiter und stehen nicht in seinem Mittelpunkt. Die Geschichte wird breit erzählt und hat ein paar wirklich großartige Ideen an denen man spätere Ideen aus der Trisolaris-Trilogie erahnen kann.
Doch es ist eindeutig ein frühes Werk Cixin Lius.
Um diese Ausgabe komplett zu machen und sie dem deutschen Publikum zugänglicher zu machen, würden ein paar Hintergrundinformationen helfen.
Die englische Version hat ein Nachwort des Autors aus dem man interessante Details zur Entstehung erfährt. Auch der Originaltitel, der übersetzt „Supernova-Ära“ lautet, hätte verhindert, daß falsche Erwartungen bei den Lesern aus der Trisolaris-Fangemeinde geweckt werden. Sich darüber Gedanken zu machen, wie das Bild der USA in China ist, und wie es zu der Zeit war, als die Idee für das Buch entstand, sind ebenfalls wichtige Fakten, ohne die man das Buch zwar lesen und interessant finden kann, es fehlt dann leider eine wichtige Ebene der Rezeption.
Trotzdem finde ich die Ideen im Roman außerordentlich kreativ. Ein frühes Werk Cixin Lius, der stets ein Kind seiner Zeit und ein Bürger seines Landes ist, das darf man nicht vergessen, wenn man seine Geschichten lesen und verstehen will.

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Autor: Cixin Liu
Erscheinungsdatum: 13.12.2021
Verlag: HEYNE
ISBN: 978-3-453-32031-4

„Das einzige Buch, das Du über Finanzen lesen solltest “ von Thomas Kehl und Mona Linke

Der Bankkaufmann Thomas Kehl und die Journalistin Mona Linke betreiben den erfolgreichen YouTube-Kanal „Finanzfluss“. Es ist eine Informationsplattform zum Thema Finanzen. Nun ist es ihnen gelungen mit „Das einzige Buch, das Du über Finanzen lesen solltest“ einen übersichtliche Grundlage für alle, die ihre Finanzen in den Griff bekommen möchten zu bieten.
Ich habe den Eindruck, daß sich das Buch an jüngere Leute richtet, die sich einen Überblick darüber verschaffen möchten, wie sie ihr Geld anlegen sollen, bzw. wie sie ihre Finanzen managen sollen. Die traditionellen Wege Geld zu sparen, die noch für die vorherigen Generationen attraktiv waren, wie das Sparbuch oder Tagesgeldkonten, bringen heute leider keine Rendite. Somit muss man etwas mehr in die Materie Geldanlage eintauchen, und das erklärt das Buch meiner Ansicht nach sehr gut.
Finanzielle Themen, die eigentlich zur schulischen Ausbildung gehören sollten, aber in der Praxis leider zu kurz kommen werden hier verständlich behandelt. Die Autoren gehen auch auf Fragen wie, welche Versicherung brauche ich wirklich, was ist ein Freistellungsauftrag, was ist die Rentenlücke ein, man merkt aber schnell, daß ihre Präferenz ETFs und Aktien sind.
Dieser Themenbereich wird für Einsteiger übersichtlich und in klarer, verständlicher Sprache erläutert.
Man mag zwar nicht in allen Bereichen der gleichen Meinung wie die Autoren sein, trotzdem regt das Buch dazu an, sich mit seiner finanziellen Situation und somit auch der eigenen Zukunft auseinander zu setzen.

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Autoren: Thomas Kehl, Mona Linke
Erscheinungsdatum: 11.01.2022
Verlag: Ullstein Taschenbuch
ISBN: 9783548065847